Erlebte Praxis: Wenn zwei sich streiten… eine Schiedsgericht-Simulation bei der Hannover Rück

2013-09-05 | Normalerweise müssen Uneinigkeiten in Vertragssachen gerichtlich geregelt werden. Aber da wir „somewhat different“ sind, gibt es bei den meisten Rückversicherungsverträgen die Möglichkeit, eine außergerichtliche Lösung mithilfe eines Schiedsgerichts zu finden.

Da zum Glück nur sehr wenige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bisher tatsächlich mit so einem Schiedsgericht in Berührung gekommen sind, gab es ein hausweites Schulungsangebot von unserer Rechtsabteilung, bei dem eine solche Situation simuliert wurde.

Ein Schiedsgericht setzt sich in der Regel aus drei Branchen- und Fachkundigen zusammen, die von dem Erst- und dem Rückversicherer bestellt werden. Die Parteien werden von Anwälten vertreten. Zu diesem Zweck wurden ein sechsköpfiges Anwalts-Team und drei „echte“ Schiedsrichter aus den USA eingeflogen, die bereits Erfahrungen mit derartigen Schulungen haben.

Während der ganztägigen Veranstaltung mussten wir uns in die Rolle des Erst- oder Rückversicherers versetzen (ich war bei den Rückversicherern), Argumente finden, warum der Musterfall zu Gunsten unserer Partei entschieden werden sollte, diese mit den anderen Teilnehmern diskutieren und verhandeln und durften schließlich den Experten bei ihren Schlussplädoyers lauschen und die Urteilsfindung des Schiedsgerichts beobachten.

Es war ein anstrengender, aber auf jeden Fall sehr lehrreicher Tag. Ich hoffe zwar, dass meine Verträge nie Anlass für eine Ausfechtung vor einem Gericht irgendeiner Art geben, sollte es allerdings dazu kommen, bin ich jetzt vorbereitet. Außerdem kann ich durch die Schulung besser einschätzen, welche Auswirkungen die Vertragsgestaltung haben kann.

Die Schulung zeigte einmal mehr: Man lernt nie aus und Lernen macht Spaß, wenn sich Theorie und Praxis auf sinnvolle Weise miteinander verbinden.

P.S.: Die Rückversicherer haben am Ende recht bekommen…

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